Archiv 2010
Ausstellung: Wovon Menschen leben. Arbeit, Engagement und Muße jenseits des Marktes
27. Oktober - 21. November 2010
Auch im 21. Jahrhundert leben Menschen von wesentlich mehr als der Markt zu bieten hat. Die Ausstellung zeigt anhand von Foto- und Textportraits, wie Menschen im Alltag Lebenssinn produzieren, ihre Sozialräume gestalten und sich für andere und die Natur engagieren. Die Ausstellung ist, ebenso wie das gleichnamige Buch, Ergebnis eines Forschungsprojekts der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis.
Zur Eröffnung am 27. Oktober stellte Dr. Christa Müller, Soziologin und Buchautorin „Wovon Menschen leben" sowie geschäftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis die Hintergründe vor, die zu dem Forschungsprojekt und somit zur Ausstellung geführt haben.Die Lebensstilforschung hat überzeugend aufgezeigt, dass es den einheitlichen, nachhaltigen Lebensstil nicht gibt und sich einschlägig mit den Fragmentierungen und (Dis)kontinuitäten ökologischer Einstellungen und Handlungsrealitäten beschäftigt. Allerdings liegen bislang kaum Forschungen zu den Nachhaltigkeitspotenzialen von Subsistenzorientierungen im Alltag vor. Deshalb führte die anstiftung das empirische Forschungsprojekt Nachhaltige Lebensstile und Alltag durch, um zu untersuchen, welche Ressourcen und Orientierungen es für eine soziale, kulturelle und naturverträgliche Entwicklung im Alltag zu entdecken gibt und welche besondere Bedeutung dabei Subsistenzorientierungen haben.
Mit einem praxeologisch orientierten Fokus rekonstruierten die Forscherinnen die Pfade praktisch gelebter Nachhaltigkeit durch die Analyse videogestützer Leitfadeninterviews. Im Mai 2007 wurde das dreijährige Forschungsprojekt abgeschlossen.
Im dem gleichnamigen Buch werden Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus porträtiert, die zeigen, wie reichhaltig und sinnstiftend Leben und Arbeiten jenseits des Marktes sein können. Die beiliegende DVD enthält Interviewpassagen u.a. zu den Themenfeldern Nahraumgestaltung, Engagement für Natur, Zeit und Lebensqualität.
Die Wanderausstellung Wovon Menschen leben. Arbeit, Muße und Engagement jenseits des Marktes porträtiert 17 interviewte Menschen zu nachhaltigkeitsrelevanten Aspekten ihres Alltags.
Die Ergebnisse des von Andrea Baier, Christa Müller und Karin Werner bearbeiteten Forschungsprojekts wurden in den größeren Zusammenhang einer Gegenwartsdiagnose gestellt und bilden heute eine wichtige Grundlage der Arbeit der Stiftungsgemeinschaft, um neue, produktive Anschlüsse zu relevanten gesellschaftlichen Entwicklungen und ihren Akteuren herzustellen.
Im anschließenden Gespräch waren Almut Maldfeld (Geschäftsführerin von Asphalt), Ingrid Ehrhardt (Geschäftsführerin vom Freiwilligenzentrum Hannover) und Jörg Tetzner von den Umweltsenioren Hannover zu Gast. Ingrid Lange diskutierte mit ihnen darüber, wovon sie eigentlich leben und welche Erfahrungen sie im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit bzw. ihrer Arbeit mit Ehrenamtlichen Menschen machen. In der Diskussion wurde deutlich, dass
bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit mehr Menschen die Möglichkeit haben, sich im Sinne eines nachhaltigen Lebensstils gesellschaftlich einbringen zu können.
Die Ausstellung war bereits in vielen deutschen Städten und war auf Initiative des Agenda 21-Büros bis zum 21. November in Hannover zu sehen.
Weitere Infos zum Forschungsprojekt unter www.anstiftung-ertomis.deÂ







