Die UN-Millenniumskampagne

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Aktuell


standup_takeaction

17. - 19. September
Stand Up 2010

Vom 17. bis 19. September wird es unter dem Motto „Make noise for the MDGs" weltweit Stand Up- Aktionen geben, die alle ein Ziel haben: Die Staatschefs, die sich einen Tag später in New York treffen, an ihr Versprechen zu erinnern, die Millenniumsziele (MDGs) bis 2015 umzusetzen. mehr...



Was macht die UN-Millenniumkampagne?

Die UN-Millenniumkampagne engagiert sich seit 2005 für die Umsetzung der Millenniumsziele (MDGs) und hat die Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger über diese zu informieren. Es werden Wege aufgezeigt, die politisch Verantwortlichen an ihr Versprechen zur Bekämpfung von Hunger und Armut zu erinnern und selbst im konkreten Alltag zur Umsetzung der MDGs beizutragen. Die acht Millenniumsziele wurden im Jahr 2000 von allen Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen mit der Absichtunterschrieben, die Ziele bis zum Jahr 2015 umzusetzen.

Zu den UN-Millenniumsentwicklungszielen gehören:

 

mdg1_hungerZiel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
Die Zahl der Menschen, die von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben, soll um die Hälfte gesenkt werden. Der Anteil der Menschen, die unter Hunger leiden, soll um die Hälfte gesenkt werden.

 

mdg2_bildungZiel 2: Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung
Alle Jungen und Mädchen sollen eine vollständige Grundschulausbildung erhalten.

 

mdg3_genderZiel 3: Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
In der Grund- und Mittelschulausbildung soll bis zum Jahr 2005 und auf allen Ausbildungsstufen bis zum Jahr 2015 jede unterschiedliche Behandlung der Geschlechter beseitigt werden.

 

mdg4_kinderZiel 4: Senkung der Kindersterblichkeit
Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren soll um zwei Drittel gesenkt werden.

 

mdg5_gesundheitZiel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern
Die Müttersterblichkeit soll um drei Viertel gesenkt werden.

 

 

mdg6_hivZiel 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Die Ausbreitung von HIV/Aids soll zum Stillstand gebracht und zum Rückzug gezwungen werden. Der Ausbruch von Malaria und anderer schwerer Krankheiten soll unterbunden und ihr Auftreten zum Rückzug gezwungen werden.

 

mdg7_umweltZiel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sollen in der nationalen Politik übernommen werden; dem Verlust von Umweltressourcen soll Einhalt geboten werden. Die Zahl der Menschen, die über keinen nachhaltigen Zugang zu gesundem Trinkwasser verfügen, soll um die Hälfte gesenkt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen wesentliche Verbesserungen in den Lebensbedingungen von zumindest 100 Millionen Slumbewohnern erzielt werden.

 

mdg8_partnerZiel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Ein offenes Handels- und Finanzsystem, das auf festen Regeln beruht, vorhersehbar ist und nicht diskriminierend wirkt, soll weiter ausgebaut werden. Auf die besonderen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder muss entsprechend eingegangen werden. Die Schuldenprobleme der Entwicklungsländer mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen durch Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene umfassend und wirksam angegangen werden, damit ihre Schulden auf lange Sicht tragbar werden.

 

UN-Millenniumkampagne End poverty 2015
Die weltweite Kampagne unter dem Motto „End Poverty 2015" will jeweils auf nationaler Ebene offensiv mobilisieren. Die Menschen sollen informiert und motiviert werden, von ihren Regierungen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Millenniumsziele zu fordern.

no_excuseDie UN-Millenniumkampagne "No excuse - 2015" in Deutschland engagiert sich seit Anfang 2005 für die Umsetzung der Millenniumsziele. In enger Kooperation mit anderen entwicklungspolitischen Akteuren wird das öffentliche Interesse geweckt und der Kampf gegen Armut verstärkt. Beauftragte für die UN-Kampagne in Deutschland ist Dr. Renée Ernst.

2010 - Ein entscheidendes Jahr
2010 ist ein entscheidendes Jahr im Kampf gegen Hunger und Armut, da
im September die Regierungschefs beim Weltarmutsgipfel der UN darüber
entscheiden, wie sie die letzten fünf Jahre bis 2015 nutzen werden,
um die Millenniumsziele möglichst noch zu erreichen.
Die Folgen der Finanz- und Klimakrise, Nahrungsmittelmangel und Katastrophen
wie jüngst in Haiti, drohen allerdings die Fortschritte der vergangenen
Dekaden wieder zunichte zu machen. Deshalb ist es gerade jetzt
so wichtig politischen Willen zu zeigen, damit Millionen Menschen ein
würdigeres Leben ermöglicht werden kann.

Umsetzung auf lokaler Ebene
Ohne die Unterstützung der Kommunen und deren Bürgerinnen und Bürgern können die MDGs nicht erreicht werden. Deshalb arbeitet das Agenda 21-Büro eng mit Vereinen, Verbänden und Einrichtungen z.B. aus dem Umwelt-, Gesundheits-, entwicklungspolitischen oder Bildungsbereich zusammen. Gemeinsam wurden bereits eine ganze Reihe an Veranstaltungen und Projekte durchgeführt (z.B. Faire Woche-Aktionen, der „Hannover-Ball", „WandelWerte"), Ausstellungen gezeigt (z.B. Fotoausstellung "Millenniumsziele 2015", „Acht Ziele - Acht Tore", „Geld, Reisen, Rose, Huhn -Was hat das mit global zu tun?") und Informationsmaterialien für eine Bildung für eine nachhaltige Entwicklung erarbeitet (z.B. Minibuch „KonsuMensch", Agenda 21-Zeitung mit Schwerpunkt MDGs, Handreichung „Kinder sind keine Sklaven", Aktivkisten)

Auch der Deutsche Städtetag (DST) begrüßt das Engagement der Städte und Kommunen für die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele und bietet hierzu als Grundlage die "Millenniumserklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetages" an. Die Erklärung wurde im Februar 2007 im Hauptausschuss des DST verabschiedet und bereits von zahlreichen Kommunen unterzeichnet.

Mit dem Antrag 0315/2009 der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90 /Die Grünen wird nun die Stadtverwaltung aufgefordert, ebenfalls die Millenniumserklärung des Städtetages zu unterzeichnen und insbesondere folgende Maßnahmen zu ergreifen:

1. Die Verwaltung weitet ihre Aktivitäten zur Information und Bewusstseinsbildung über die Millenniums-Entwicklungsziele in kommunalen Einrichtungen wie z. B. Schulen, Jugendzentren, Freizeitheimen sowie in der allgemeinen Öffentlichkeit aus.

2. Die Verwaltung prüft Möglichkeiten zum Einsatz "fair gehandelter Produkte" in der Verwaltung, auf kommunalen Veranstaltungen, in Schulen, in Kindergärten etc. und legt im September 2009 ein Konzept zur Umsetzung vor.

Unter Federführung des Agenda 21-Büros wurden hierzu zwei verwaltungsinterne Arbeitsgruppen eingesetzt, die entsprechende Konzepte erarbeiten.