Was ist Nachhaltigkeit?
Internationale Konferenzen
Viele Probleme und Lösungsansätze, die in der Agenda 21 behandelt werden, sind auf kommunaler Ebene wirksam. Deshalb kommt den lokalen Behörden in Kap. 28 der Agenda 21 eine entscheidende Rolle bei deren Umsetzung zu. Ihre Mitwirkung ist erforderlich, da eine direkte Beziehung zwischen dem lokalen Handeln und den globalen Problemen, insbesondere in Umwelt- und Entwicklungsfragen besteht. Sie errichten, betreiben und unterhalten die wirtschaftliche, soziale und ökologische Infrastruktur, begleiten Planungsprozesse, bestimmen lokale Umweltaktivitäten und -vorschriften und leisten einen Beitrag zur Umsetzung nationaler und regionaler Politik.
Städte und Gemeinden haben sich seither in verschiedenen Organisationen wie z.B. ICLEI (Internationales Städtenetzwerk für kommunale Nachhaltigkeitsinitiativen) oder der europäischen Kampagne zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden zusammengeschlossen, um sich bei der Umsetzung der Agenda 21 und der Lokalen Agenda 21 (LA21) gegenseitig zu unterstützen. Dazu zählen unter anderem auch die Konferenzen, die auf europäischer und internationaler Ebene stattfinden.
Rio + 20
Zwanzig Jahre nach der ersten UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, fand vom 4. bis 6. Juni 2012 der „Nachhaltigkeitsgipfel" in Rio de Janeiro statt.Hier finden Sie das Abschlussdokument "The Future we want" (pdf-Datei, 435 kb)
mehr: http://www.uncsd2012.org/rio20/
Dunkerque 2010
Dunkerque 2010 ist der Frage nachgegangen, wie nachhaltige Entwicklung den Kommunalverantwortlichen helfen kann, die aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und klimabezogenen Herausforderungen zu bewältigen und wie sie im Rahmen der Krise tatsächlich weiter umgesetzt werden können. Auf der Konferenz trafen sich wichtige Akteure, um sich damit auseinanderzusetzen, welche Änderungen unserer politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, und zu erkunden, wie unterschiedliche Sektoren zusammenarbeiten können, um die nachhaltige Entwicklung in Europa voranzubringen.
Die Forderung nach mehr Anerkennung für die Rolle der lokalen und regionalen Behörden bei der Schaffung von intelligenten, nachhaltigen Volkswirtschaften ist die zentrale Botschaft auf der 6. Konferenz zukunftsfähiger Städte und Gemeinden. Nach drei Tagen des Austausches, der Analyse, der Diskussion und Präsentation der mehr als 1 800 Teilnehmer wurden zwei politische Erklärungen verabschiedet, welche darauf abzielen die Rolle der lokalen Regierungen in den kommenden Jahren zu formen.
mehr: www.dunkerque2010.org
Sevilla- Konferenz 2007
Im März 2007 haben in Sevilla über 1.500 Delegierte aus europäischen Kommunalverwaltungen beschlossen, sofort zu handeln, um weiterführende Maßnahmen für eine lokale nachhaltige Entwicklung umzusetzen. „The Spirit of Sevilla“ ist das abschließende Dokument der fünften europäischen Konferenz zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden, welches die Aalborg Commitments bekräftigt. Dieser Beschluss ist ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigen Europa.
mehr: www.sevilla2007.org
Aalborg plus 10 2004
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Charta von Aalborg fand im Juni 2004 in Aalborg / Dänemark die 4. europäische Konferenz zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden (Aalborg+10-Konferenz) statt. Eine Delegation, bestehend aus dem damaligen Oberbürgermeister Herbert Schmalsteig (in der Funktion des Vorsitzenden der Europäischen Kampagne zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden), Umweltdezernent Hans Mönninghoff, Politikerinnen und Politikern des Rates, Silvia Hesse (Agenda 21-Büro), Sigrid Ortmann (Vernetzte Dienste) und Reinhard Martinsen (Referat für regionale und Europa-Angelegenheiten), vertrat die Stadt Hannover in Aalborg. Gleichzeitig wurden von den Delegationsmitgliedern Vorträge gehalten um über verschiedene Aktivitäten der Stadt zur Nachhaltigkeit zu berichten.
Die lokale Agenda 21 unterstreicht die Rolle der Kommunen bei der Umsetzung der Ziele der zukunftsbeständigen Entwicklung. Die Konferenz in Dänemark 2004 sollte nun den entscheidenden Schritt auf dem Weg von der Agenda 21 zum Handeln bringen. Themen der Konferenz waren unter anderem gemeinschaftliche Naturgüter wie Wasserqualität, verantwortungsvoller Konsum und Lebensstil, etwa durch reduzierten Energieverbrauch und Einsatz regenerierbarer Energien, weniger Verkehr und bessere Mobilität, Stadtplanung und Stadtentwicklung und soziale Gerechtigkeit. Ziel war die Verabschiedung der "Aalborg Commitments", einem Katalog gemeinsamer Verpflichtungen und Ziele, die gemeinsam von den Kommunen Europas umgesetzt werden sollen. Hannover war die erste Stadt, die die Commitments unterzeichnete.
mehr: www.aalborgplus10.dk
World Summit 2002, Johannesburg
Vom 26.8.-4.9.2002 zog der UN-Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg Bilanz, inwieweit die Ziele der 1992 in Rio beschlossenen Agenda 21 erreicht wurden und was in Zukunft getan werden muss, um eine Nachhaltige Entwicklung weltweit umzusetzen. Auf dem Programm standen u.a. die Bereiche Wasser, Energie, Landwirtschaft, Gesundheit/Weltarmut und Biodiversität.
In einem „Aufruf von Johannesburg“ haben die delegierten die weltweite Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung bekräftigt. Damit verbunden sehen die Experten eine globale Verantwortung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Erde sowie für den Schutz der natürlichen Umwelt. Sie betonen in diesem Zusammenhang auch die enorme Verantwortung, die wir für nachkommende Generationen tragen. „Die Menschheit steht an einem Scheideweg – daher sind entscheidende gemeinsame Anstrengungen zur Erhaltung der Umwelt notwendig“, sind sich die Staats- und Regierungschefs einig. Seit der UN-Umweltkonferenz in Rio ist nach Ansicht der Experten mit der Agenda 21 ein Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung gelungen. Johannesburg hat wichtige Fortschritte auf der Suche nach gemeinsamen Wegen des Umwelt- und Klimaschutzes dokumentiert.
Hannover hat im Auftrage der Städtekampagne in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission einen Report für die UN Gipfelkonferenz für Nachhaltige Entwicklung „World Summit 2002“ in Johannesburg erstellt und dort präsentiert.
mehr: www.worldsummit2002.de
Hannover Konferenz 2000
Von 9. bis 12. Februar 2000 fand in Hannover die dritte Europäische Konferenz zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden statt. Rund 1450 Konferenzteilnehmer aus 52 Ländern erarbeiteten in Workshops Ergebnisse zur lebenswerten Gestaltung der Städte und Gemeinden. Einen Schwerpunkt der Konferenz bildete die Förderung der Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden Mittel- und Osteuropas. Mehr als 60 Kommunen - überwiegend ost- und südeuropäische - unterzeichneten bei der Konferenz daraufhin die Charta von Aalborg. Über 250 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Europa verabschiedeten das zentrale politische Dokument der Konferenz - den "Hannover Aufruf" ("Hannover Call of European Municipal Leaders at the Turn of the 21st Century"), das sich an internationale und nationale Entscheidungsträger, Interessensgruppen aus lokalen Agenda 21-Prozessen, Entscheidungsträger in Unternehmen und im Finanzsektor richtet.
Lissabon Konferenz 1996
Rund 900 Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Gemeinden und Kreisen aus ganz Europa kamen vom 6.-8. Oktober 1996 in Lissabon anlässlich der Zweiten Europäischen Konferenz zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden zusammen. Sie informierten sich über den Stand der lokalen Agenda 21-Prozesse in 35 europäischen Ländern und untersuchten, welche Fortschritte seit der ersten Konferenz, die im Mai 1994 in Aalborg, Dänemark, stattfand, zu verzeichnen sind. Sie tauschten Ideen und Erfahrungen aus der kommunalen Arbeit aus und erörterten Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Kommunen in gemeinsamen Projekten. Sie ermittelten die Bedürfnisse solcher Kommunen, die in lokale Agenda 21-Prozesse eingetreten sind, und gestalteten die Konturen der nächsten Phase der Kampagne mit.
Die mit der Lissabon-Konferenz eingeleitete Phase legt ihre Schwerpunkte auf die Umsetzung der in der Charta genannten Grundsätze, den Start und die Durchführung eines Prozesses zur Aufstellung einer Lokalen Agenda 21 sowie auf deren Umsetzung. Durch ihre Beteiligung an dieser Phase leisten die europäischen Kommunen einen Beitrag zur Umsetzung nicht nur der Agenda 21 von Rio (1992), sondern auch der Habitat-Agenda von Istanbul (1996).
Der Lissaboner Aktionsplan
mehr: http://sustainable-cities.eu/Lisbon-Conference-1996-155-2-3-.html
Aalborg Konferenz 1994
Am 24.-27. Mai 1994 fand im dänischen Aalborg die Europäische Konferenz über zukunftsbeständige Städte und Gemeinden statt. Sie wurde von der Stadt Aalborg und der Europäischen Kommission veranstaltet und vom Internationalen Städtenetzwerk für kommunale Nachhaltigkeitsinitiativen (ICLEI) ausgerichtet. Die Teilnehmer verabschiedeten die Charta der Europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Zukunftsbeständigkeit, kurz: Charta von Aalborg. Die Städte und Gemeinden bekennen sich hier zu ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung, die u.a. daraus resultiert, dass ca. 80% der europäischen Bevölkerung in städtischen Gebieten leben und dass die kommunale Ebene die bevölkerungsnäheste Ebene und der Rahmen ist, wo Umweltprobleme wahrgenommen werden. Auch gemäß Kapitel 28 der Agenda 21 gehören die Kommunen zu den wichtigsten Akteuren für eine nachhaltige Entwicklung.
mehr: www.nachhaltigkeit.info/artikel/aalborg-charta_1994_554.htm








